HOME Bitumenbahnen Alles über Bitumen Historie von Bitumen › Das „Erdpech“ - schon seit Jahrtausenden bekannt

Das „Erdpech“ - schon seit Jahrtausenden bekannt

Ishtar-Tor, Babylon. ca. 600 v. Chr. (links Nachbildung, rechts heute)

Dies ist die Geschichte der verwunderlichen Tatsache, dass das Wissen um Bitumen (Asphalt) und seine Anwendung über Jahrtausende aus dem Gedächtnis der Menschen verlorenging:
Bereits vor Jahrtausenden hat es im Kulturraum des vorderen Orients zwischen Nil und Indus bedeutende Kenntnisse über Asphalt gegeben. Sumerer, Babylonier, Assyrer und Ägypter hatten sich eine hochentwickelte Technik in der Verarbeitung dieses Naturstoffes geschaffen. Natürlicher Asphalt trat dort an vielen Stellen offen zutage, wie Diodor (1. Jh. v. Chr.) beschreibt:
“Wenn es auch viele unglaubliche Wunder im Land Babylon gibt, so staunt man am meisten über die große Menge Asphalt, die dort zu tage tritt. Es gibt so viel, dass es nicht nur für sehr viele und große Bauten genügt sondern auch genug für die Leute, die es an Ort und Stelle in großen Mengen sammeln, um es nach dem Trocknen anstelle von Holz zu verbrennen.”

In der Nähe der Stadt Hit wurde offenbar schon 3000 v. Chr. Naturasphalt mit sehr wenig Beimengungen, also fast reines Bitumen gefunden. Nach Herodot (490 bis 420 v. Chr.) wurde dieser Asphalt für Bauten nach Babylon gebracht. Zahlreichen Beschreibungen zufolge muss die Stadt Hit ein Zentrum der damaligen Asphaltindustrie gewesen sein, das durch Jahrtausende Sumerer, Babylonier und Assyrer belieferte. Das Wort “Asphalt” bedeutet griechisch “Erdpech” und ist wahrscheinlich altbabylonischen Ursprungs.

Angewendet wurde Naturasphalt in der damaligen Zeit überwiegend wegen seiner Klebekraft zum Mauern und wegen seiner Wasserundurchlässigkeit zum Abdichten. Hauptanwendungsbereiche waren somit das Bauwesen und der Schiffsbau.